Zum Hauptinhalt springen
Norina Quinte

»Ich interessiere mich beruflich wie privat für unbespielte Orte und Grauzonen. Daraus ergeben sich wiederkehrende Fragen: Wo verbringen wir unsere Zeit, wenn wir nicht arbeiten oder zu Hause sind? Wer gestaltet jene Orte oder entscheidet, was dort stattfindet? Kunst ist dabei für mich ein Schlüssel, um neue Handlungsspielräume aufzuzeigen und auf relevante Themen aufmerksam zu machen. Sie verbindet, baut Brücken, reflektiert kritisch und schafft Räume, die Neugier wecken und positiv irritieren. Karlsruhe hat viele Orte, die durch eine künstlerische Bespielung an Schönheit und sozialem Nutzen gewinnen und an Biederkeit verlieren könnten. Vielleicht bleibe ich deshalb hier, da es die Stadt der Potenziale ist. Und Potenzial bedeutet schließlich immer, dass noch einiges möglich ist.« Norina Quinte

Caren Denner

»Wir leben in Frieden, Freiheit und Sicherheit. Das ist nicht selbstverständlich und erfüllt mich mit Demut und Dankbarkeit. Polizisten stehen täglich für die freiheitlich-demokratische Grundordnung ein. Aber wir brauchen den Rückhalt in der Gesellschaft. Wir alle tragen Verantwortung für den Fortbestand unserer Demokratie. Ich wünsche mir mehr Respekt gegenüber der Polizei wie auch gegenüber allen anderen, die zum Funktionieren unseres Gemeinwesens beitragen. Ich wünsche mir mehr Respekt der Menschen untereinander.« Caren Denner

Barbara Jäger

»Mein Atelier, mein Elfenbeinturm in Karlsruhe. In der Stadt, die seit fast sechzig Jahren Heimat ist. In meinem Atelier bin ich ganz bei mir. Hier schöpfe ich aus der Kraft, die ich bekomme von meiner Familie. Ich bin gerne in der Natur, an und auf dem Wasser. Farben und Licht draußen inspirieren mich, mich faszinieren Räume – gewachsene und gebaute. In Daxlanden wohne ich mit meiner Familie. Im Atelierhaus Neue Schule in Bulach hat auch mein Mann, der Bildhauer OMI Riesterer sein Atelier. Hier in Karlsruhe hat meine Kunst viele Spuren hinterlassen, Fußabdrücke für die Seele.« Barbara Jäger

OMI Riesterer

»In Freiburg geboren, durch das Architekturstudium nach Karlsruhe gezogen, lernte ich hier vor 54 Jahren meine Frau, die Malerin Barbara Jäger kennen. Wir haben drei Kinder, die alle wie wir in Karlsruhe-Daxlanden wohnen. Wir lieben das alte Dorf in Karlsruhe. Kunst machen braucht Ruhe. Diese finde ich als Bildhauer seit 40 Jahren im Atelierhaus Neue Schule in Bulach. Ich kann dort allein in Ruhe arbeiten und gemeinsame Projekte ausführen. Es ist meine Eremitage in der tollen und quirligen Stadt, die wir lieben.« OMI Riesterer

Jan Knopf

»Als ich als Norddeutscher, zwischen Hannover und Göttingen pendelnd, 1972 Karlsruhe auf der Deutschlandkarte suchte, sagte mir mein Bruder Ernst, die Stadt sei außerordentlich beliebt: Es gäbe keinen Verkehrsbericht, der keinen Stau am Karlsruher Dreieck meldete. Wohl deshalb sorgte die Stadtverwaltung der so genannten Fächerstadt dafür, dass sie mit zwei Exemplaren einer absolutistischen Via Triumphalis – von Ost nach West, von Norden nach Süden – durchschnitten wird und inzwischen mit einem blankgeputzten Marktplatz aufwartet, in dem ihr Wahrzeichen, die Pyramide, versinkt. Auf dem Foto stehe ich vor meinem ehemaligen Arbeitsplatz, vor dem Kollegium am Schloss, Bau II, auf dem Sahnestück der einstigen Sonnenstadt. Wie die drei anderen Bauten neben dem beispielhaft oberflächlich restaurierten Schloss steht das lichte Gebäude seit 2016 leer. Johann Peter Hebel, einst Bürger des barocken Karlsruhe, bemerkte schon 1807: Bauen heiße auch Zerstören, und er sagte auch: die Widersprüche blieben die Hoffnungen.« Jan Knopf

Aline und Luise Molz

»Ein Leben ohne Gewürze ist für uns unvorstellbar, deshalb wollen wir Würze in das Leben von Menschen bringen. In unserer Bio-Gewürzmanufaktur im Karlsruher Rheinhafen kann man in die Welt der Gewürze vom Arabischen Kaffeegewürz bis zum Zatar eintauchen und sich vom Duft unserer Gewürzexplosionen verzaubern lassen.« Aline und Luise Molz

Ulf Cramer

»Seit 1966 lebe ich mit Unterbrechungen in Karlsruhe. Ich bin Zeichner und immer wieder inspiriert von der Natur und Landschaft, die Karlsruhe prägen. Ich verweile bei den Dingen von Menschen geschaffene, von Vegetation aufgenommen und kaum noch zu unterscheiden von ihrer Umgebung. Mich berührt zu sehen, wie eine Treppe vom Gras überwachsen, ein Bunkerrest überwuchert wird oder ein Hochstand sich in einem Baum verliert. Hier werden Grenzzustände sichtbar, die mich immer wieder neu bewegen. Dies hat meine Arbeit stark beeinflusst und bestimmt. Und natürlich das ZKM, die HfM, das Kino, der Jazzclub usw. und die vielen lieben Freunde macht Karlsruhe zu einem besonderen Ort.« Ulf Cramer

Guilllaume Paris

»Noch letztes Jahr war ich auf einer langen Fahrradreise durch die europäischen Länder und habe auf dem Weg sehr viel entdeckt. Jetzt möchte ich weiter in Karlsruhe reisen. Dafür fahre ich sehr gern in der Umgebung, allein oder mit einer Fahrradgruppe, und entdecke kleine Ortschaften und ihre wenig gekannten Kulissen. Hinter jeder Kurve verbirgt sich eine Überraschung, in jedem Dorf ist eine Begegnung möglich, auf jedem Berggipfel erwartet mich eine fantastische Aussicht. Man soll einfach dorthin gehen, um sie zu finden.« Guilllaume Paris

Barbara Breig

»Rheinhafen … Italien (meine zweite Heimat) … Weite … Ferne … Abenteuer … Neues entdecken: fremde Länder, Menschen, Kulturen, Reise in die Ferne und zu sich selbst. Taiji begleitet mich schon seit langem überall hin. Und Karlsruhe ist ein optimaler Ausgangsort für all dies. Außerdem ist hier mein italienisches Lieblingcafé.« Barbara Breig

Daniela Einhardt

»Glas ist ein faszinierender und unglaublich vielfältiger Werkstoff, ich liebe es damit zu arbeiten. Es ist manchmal wie Magie wenn sich das glühende, zähflüssige Glas formt und meine Ideen damit sichtbar werden. Noch mehr Freude bereitet es mir, anderen Menschen dieses tolle Material näher zu bringen und Sie damit eigene Erfahrungen machen zu lassen. Wenn es mir gelingt, dass der Funke überspringt bin ich glücklich.« Daniela Einhardt

Corinne Hofheinz

»Ich bin zu Hause! Ich bin angekommen! In jungen Jahren machten wir Urlaub in unserer Stadt. Es gab ein italienisches Viertel, einen türkischen Markt, der  Gutenbergplatz hatte den Flair der Cote. Eine Stadt, viele Länder, gelebte Vielfalt! Nun bin ich schon seit über 35 Jahren in den unterschiedlichen Ländern als Erzieherin tätig. Wobei mir meine zusätzlichen Ausbildungen, als Paar-und Familientherapeutin, Resilienzcoach und Atelier- und Werkstattpädagogin, eine große Unterstützung sind. Wir sind alle eine Welt und ich bin sehr glücklich und stolz, ein kleiner Teil dieser Welt – Karlsruhe – sein zu dürfen. Glück lässt sich vervielfachen, wenn man es teilt! Nur gemeinsam können wir es schaffen!« Corinne Hofheinz

Margit Lauer

»Ein Leben ohne Beschäftigung mit Kunst könnte ich mir nicht vorstellen. In Karlsruhe ist das einfach mit den vielfältigen, kulturellen Angeboten der Stadt. Ich freue mich, dass ich dazu auch einen Beitrag leisten darf. Das Paar verbunden meines Mannes David Lauer (†) steht nun an einem besonderen, ruhigen Ort im öffentlichen Raum dieser lebendigen Stadt. Mann und Frau in ihrer klassischen Harmonie und Präsenz strahlen ein energisches Dasein aus. Es ist eine Begegnung auf Augenhöhe – ein berührender Moment.« Margit Lauer

Alistair Hudson

»Our museums and cultural institutions are unique places, some of the last public spaces where you can meet people, ideas and cultures you wouldn’t normally meet in daily life. Back in my home city of Manchester the museums I ran were formed in the 19th century industrial revolution, as centres that combined the teaching of art and science for all classes, and for the development of society. ZKM is very much a continuation of that history, bringing science, technology, creativity and people together to shape a better future. The prospect of that is quite exhilarating.« Alistair Hudson

Stefanie Joa

»Architektur fasziniert mich, da sie die Vereinigung von Ästhetik, Funktion und Innovation verkörpert. Für mich ist Architektur weit mehr als nur das Errichten von Gebäuden. Sie ist die Sprache, mit der wir unsere Visionen, Träume und Ideale ausdrücken. In jedem Bogen, jeder Linie und jedem Raum steckt eine Geschichte, die erzählt werden möchte. Mein Ziel ist es, nachhaltige und zukunftssichere Lebensräume zu formen, die inspirieren, trösten und verbinden.« Stefanie Joa

Edith Chassein

»Ich bin „die Anekdotensammlerin“. Schon immer habe ich mich dafür interessiert, was Menschen prägt und welche unterschiedlichen Sichtweisen es auf die Welt gibt. Als ich die Biografie meiner Großeltern schrieb, durfte ich erleben, wie schön es für alle Beteiligten ist, intensiv ins Gespräch zu kommen und Lebensgeschichten festzuhalten. Heute haben meine Kinder einen Bezug zu ihren (verstorbenen) Urgroßeltern. Ich sehe es als meine große Lebensaufgabe, so viele Geschichten wie möglich zu bewahren und Generationen miteinander in Verbindung zu bringen.« Edith Chassein

Uli Fabry

»Karlsruhe ist für mich eine wunderschöne grüne Stadt. Ich kann fast alles mit dem Fahrrad erledigen und das Beste: ein Frei-Bad, in dem ich, wenn alles optimal läuft, von Februar bis Dezember draußen schwimmen kann. Schwimmen ist für mich Meditation und beim Schwimmen im Sonnenbad hole ich mir Energie für meine Arbeit an meiner eigenen Cashmere-Strick-Kollektion. Das Entwickeln von Strickmodellen in wunderschönen Farben war ein grosser Wunsch von mir. Das schönste Erlebnis ist für mich, wenn ich Frauen treffe, die ein Modell von mir in Ihrer Lieblingsfarbe tragen und ich sie strahlen sehe.« Uli Fabry

Galina Freund

»Wie können wir unsere Arbeitswelt anders gestalten? Gibt es Menschen die Lust und Mut haben, neue Wege zu gehen? Menschen, die sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam an einer Vision arbeiten. Ein Ort, an dem Unterschiedlichkeiten erwünscht sind. Diesen Ort habe ich in Karlsruhe mit der Kulturküche gefunden. Nur die Schauspielerei kommt grad ein bisschen zu kurz. Nach 30 Jahren Nomadensein scheine ich mich mit einem Bein zu verwurzeln. Dass dies in Karlsruhe geschieht, wäre mir als Ruhrpottgewächs und Wahlrheinländerin im Traum nicht eingefallen. Das Leben ist immer wieder voller Überraschungen.« Galina Freund

Beate und Dennis Bayer

»Nachhaltigkeit ist uns ein Herzensthema. Wir freuen uns und sind auch stolz darauf, dass wir durch unser Recyclingprojekt „neue Kerzen aus Wachsresten“ in Karlsruhe die Welt ein wenig verbessern können.« Beate und Dennis Bayer

Khatuna Dochia

»Ich komme ursprünglich aus Georgien und lebe seit 2003 in Deutschland. Es macht mich glücklich und dankbar, dass ich meinem Herzenswunsch folgen kann mit der Weiterführung des Laden 23 und damit verschiedene ehrenamtliche Projekte für den guten Zweck unterstütze.« Khatuna Dochia

Regina Link

»Wer wie ich aus einem Ort und einem Leben mit begrenzten Möglichkeiten kommt, braucht eine Tür, die er aufstoßen und in die Unendlichkeit verschwinden kann. Der erste Ort, von dem aus ich in das Universum der Fantasie reiste, war die Katholische Bibliothek in meiner Heimatstadt Bad Waldsee. Meine erste Platte – die Zauberflöte – war so ein Ort zum Durchtunneln. Jede Stadt, die über eine gute Bibliothek verfügt, reicht mir den magischen Schlüssel. Kleine oder große Kultur lässt mich Landschaften schauen, in Seelen blicken, sinnliche Erfahrungen machen oder Gefühle spüren, die mir die Realität niemals bieten kann. Ob Tollhaus, Schauburg, Marotte oder all die anderen in Karlsruhe: Kulturschaffende schenken mir Freiheit. Dafür bin ich dankbar.« Regina Link