»In meiner therapeutischen Arbeit, erlebe ich regelmäßig das Menschen verstärkt von negativen Empfindungen wie Ängste, Zorn und Zweifel im Alltag befangen und getrieben sind. Die treibende Kraft einer gesunden Gesellschaft sollten jedoch Mut, Liebe und Sicherheit sein. Unser materialistisches Zeitalter mit allen Vorteilen und Errungenschaften, die wir auch weiterhin BEWUSST nutzen sollten, haben auch eine Kehrseite. Diese bestehen darin uns Menschen in Abhängigkeiten und Fremdbestimmungen zu dirigieren. Um dem nicht hilflos ausgeliefert zu sein, benötigen wir ein altbewährtes Element, dass ernsthaft und klar im Alltag gepflegt werden sollte. Dieses Element sehe ich persönlich in einer uns kulturkonformen „Spiritualität“. Dadurch wird es uns gelingen Stimmungen wie Angst, Zorn und Zweifel in Mut, Liebe und Sicherheit zu verwandeln!« Michail Tolis
»Ich träume, wie auch viele andere Menschen, von einer engeren, gerechteren Gesellschaft, ja sogar Welt-Gemeinschaft. Grenzen mag ich nicht, die könnten, wenn es nach mir ginge, alle fallen. Dass es noch Zeit braucht weiß auch ich. Als Architekt beschäftigt mich vor allem die Frage nach dem Beitrag der Architektur. Welches Raumangebot begünstigt einen Wandel weg von materialistischen Weltbildern und führt zu stärkerem sozialen Bewusstsein? Wie muss die gebaute Umwelt aussehen, um allen Menschen Wohn-, Arbeits-,und Entfaltungsraum zur Verfügung stellen zu können? Im Spannungsfeld dieser Fragen und den dringlichen Themen unserer Zeit, wie dem Klimawandel, wachsende soziale Ungleichheit und Digitalisierung wollen wir mit unserer Architektur das Richtige zu tun. Mit dem eigen initiierten Projekt Rudolf5, mit Standort in Karlsruhe, packen wir es an. Wir versuchen Antworten zu finden und stellen Raum zum Experimentieren, Nachdenken und für den sozialen Austausch bereit. Rudolf5 verkörpert in vielfältig genutzten Atelier- und Wohnflächen ein nachhaltiges Lebenskonzept im Kontext einer Kulturdenkmalerweiterung. Durch das Zusammenkommen verschiedenster Menschen und ihren Ideen, lassen sich neue, ungenutzte Potentiale ausschöpfen.« Patrick Häussermann
»Ich wäre gerne ein enfant terrible auf Twitter, aber die Angst vor dem Scheitern ist zu groß. Abgesehen davon läuft gerade vieles richtig. Ich liebe meinen Job. Vor allem aber habe ich ein großes Netz aus treuen FreundInnen um mich herum und meine Familie in der Nähe. Jetzt noch ein Stück Kuchen und die nächste Katastrophe kann kommen!« Lion Thiel

»1990 habe ich mich mit meiner zauberhaften Familie in Karlsruhe niedergelassen. Und hier meine Marketing-Agentur gegründet. Vieles sprach damals für diesen Schritt. Die Europäische Schule für die Kinder. Kunst und Kultur. Die alten Museen und das ZKM als zukunftszugewandte Wunderkammer für die digitale Kunst und Medien. Und die gute Gastronomie für die Seele. Das Elsass, die Pfalz, der Schwarzwald, das Kraichgau … für die schönen Wochenend-Ausflüge. Die üppige Natur, der Rhein und das regionale Klima für das Wohlbefinden. Interessante Unternehmen und die Forschungslandschaft – für uns als Kunden. 1996 hatten wir das Glück als erster Mieter ins Ateliergebäude der Majolika einziehen zu können. Ein wunderbarer und besonders inspirierender Ort – mitten im Grünen und doch mitten in der Stadt.« Martin Fritz
»Hochschulstandort, High-Tech-Hochburg, Heimat. Karlsruhe ist für mich vieles. Lokal verbunden und global vernetzt lebe ich als Digital Citizen online und offline, eine scharfe Trennung ist da nicht mehr möglich. Egal, ob es um Kommunikation, Unterhaltung oder Bildung geht: Die digitalen Medien ermöglichen völlig neue Formen dieser Bereiche – die Bildung ist mir dabei besonders wichtig. Und gerade die wird zur Zeit mächtig auf den Kopf gestellt. Ich trage dazu bei, dass diese Transformation gelingen kann, vor Ort und im Netz.« David Lohner

»Ich bin ein Japaner. Ich war Lehrer in japanischer Mittelschule. Ich bin mit dem Geld und der Erfahrung, die ich damals gesammelt habe, nach Deutschland gekommen. Ich fühle viele kulturelle Unterschiede und Sprachschwierigkeiten. Dennoch kann ich dank der guten Verbindungen und der Unterstützung vieler Menschen leben. Danke für alles.« Hidemichi Okamoto
»Mein Thema sind wir Bürgerinnen und Bürger und die Frage: wie kommen wir in unsere Kraft, um Gesellschaft aktiv mitzugestalten? Dabei führt mein Engagement von der Stärkung der regionalen Bürgerbeteiligung vor Ort: individuell, situativ und direkt! bis hin zum Aufbau von mehr Gemeinschaftsgefühl zwischen uns Menschen, was in meinen Augen der kräftigste Motor für die ProAktivität von Menschen ist. Deshalb haben mein Team und ich ergänzend zu dem soziokulturellen Begegnungsort „Kulturküche“, der Unterstützung von regionalen Kulturschaffenden und den interkulturellen Projekten bei „Künstler ohne Grenzen“ im Dezember 2020 die „Stiftung Kraft-Netz“ ins Leben gerufen: um Verbundenheit zu fördern und Einsamkeit abzuschaffen. „Vom Ich mit Dir zum Wir“ ist unser Motto. Wir laden maximal viele Menschen ein, sich als Kraft-Bote kostenlos zu registrieren und diese Wir-Bewegung zu unterstützen und mitzugestalten.« Sarah Tzitzikos
»Was ist die Mission in meinem Leben? Erst habe ich versucht, die Natur zu verstehen (Physikstudium), dann die Politik (zweites Studium) und schließlich die Menschen (bin jetzt auch noch M.A. Mediation). Mediation und Konfliktmanagement erfüllen mich sehr: Menschen in Verbindung bringen, wenn die Kommunikation am schwierigsten ist, nämlich im Konflikt. Aber wie funktioniert das für sehr viele Menschen, eben in der Politik? Ich bin gespannt, das zu erforschen und zu gestalten – wer kommt mit?« Jürgen von Oertzen
»Womit soll ich anfangen – mit Karlsruhe oder mit mir? Ich bin nicht von hier. Ich bin in Mannheim geboren, bei Weinheim aufgewachsen, habe in Hildesheim studiert und dann in Berlin gelebt. Aber bin ich nicht schon lange Zeit hier? Wir sind uns nicht einig Karlsruhe und ich. Die Stadt sperrt sich. Zur Überbrückung könnte ich aus meinem Berufsleben in der Filmbildung erzählen. Aber das findet ja anderswo statt: Im Kino, im Netz, im Norden. In Karlsruhe wohne ich nur. Hier habe ich eine Tochter, einen Enkelsohn, Freunde. Wie gesagt, ich bin nur zufällig hier. Vielleicht habe ich mir Karlsruhe auch nur ausgedacht. Aber der Grötzinger Berg auf dem ich gerade stehe, der ist echt. Hier wohnen Graspiraten. Das können die Honoratioren der Stadt bestätigen.« Katja Martin
»Ich mag Süßigkeiten, besonders die hochwertigen. Deshalb habe ich 2003 mein Geschäft am Werderplatz eröffnet. Rasch wurde der Laden mit über 150 Schokoladensorten, Pralinen, Fruchtaufstrichen, aber auch exklusive Tee-und Kaffeesorten zum Geheimtipp für alle Genießer. Einen Teil der Schokoladen und Pralinen produziere ich selbst und veranstalte auch Seminare dazu.« Axel Becker
»Geboren und aufgewachsen im Raum Bruchsal hatte ich 1997 die Möglichkeit in einer Karlsruher Hautarztpraxis mitzuarbeiten. Nach einer weiteren Station in der Kaiserstraße und der zwischenzeitlichen Ausbildung zur Podologin, eröffnete ich 2005 eine Podologiepraxis in der Südweststadt. Zu mir kommen die unterschiedlichsten Menschen mit großen und kleinen Problemen, das macht meine Tätigkeit so interessant.« Christine Obermüller
»Geboren und aufgewachsen bin ich im Dammerstock. Mein bester Freund schleppte mich damals mit in die Sporthalle zu meinem ersten Handballtraining, der Funke war sofort entbrannt. 15 Jahre später bin ich diesem Sport als Spieler, Trainer und Schiedsrichter immer noch treu. Es sind wunderbare Geschichten und Freundschaften entstanden, die ich nicht missen möchte. 60 Minuten als Kontrahent auf dem Spielfeld gegeneinander um den Sieg kämpfen und im Anschluss unabhängig vom Ergebnis ein Bier zusammen trinken und eine gute Zeit haben. Das liebe ich am Handballsport.« Leonard Paha
»Ich liebe Lebens-Mittel: Traditionell in Handarbeit hergestellt aus wenigen Zutaten, in Bio-Qualität, aus heimischen Rohstoffen und jederzeit frisch zubereitet ohne langes Haltbarkeitsdatum. Dazu plastikfrei verpackt und unpasteurisiert. Echte Lebens-Mittel, Mittel zum Leben. So gründete ich in Karlsruhe die TofuManufaktur. Zwei Produkte haben es dauerhaft auf den Markt geschafft: Bio-Tofu aus Sojabohnen, angebaut in der Rheinebene direkt vor unserer Tür und Bio-Kimchi, ein herrlich frisch lebendiges Lebensmittel mit Millionen von Milchsäurebakterien, die wir so dringend für unsere Gesundheit benötigen. Zwei Produkte von Spitzenqualität, wie meine Kunden es mir immer wieder berichten. Ich bin in Karlsruhe geboren, aufgewachsen und bin immer noch gerne da. Ich hatte nie einen Grund wegzugehen – es gab hier alles, was ich brauchte.« Carolin Groh

»Ich bin in São Paulo, Brasilien geboren und im Jahr 2000 nach Deutschland gekommen. Hier konnte ich eine Familie gründen und bin Mutter von zwei inzwischen erwachsenen Kindern. 2019 habe ich einen kleinen Laden in Weiherfeld übernommen und bin damit glücklich. Die Kundschaft habe ich in mein Herz geschlossen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich hier leben darf.« Rita Kurz
»Ich hatte mich sofort in die Fächerstadt verliebt, als ich 1996 zum Zweitstudium hierher kam. Ich hatte Einladungen von mehreren deutschen Unis, aber ein bekannter Schweizer in meiner alten Heimat Kasachstan empfahl mir Karlsruhe. Zufälligerweise kannte auch mein Vater hier jemand, wer mich vom Flughafen abholte und ein Zimmer im Studentenwohnheim HaDiKo zu beziehen half. Später kamen mein Bruder und danach die Eltern nach Karlsruhe. Meine zukünftige Frau zog zu mir von Stuttgart um, und hier kamen auch unsere zwei wunderschöne Töchter auf die Welt. Durch die Mitgliedschaft der Kinder in einem Durlacher Karnevalsverein nehmen wir alle sehr gerne an den schönen traditionsreichen Ereignissen der Stadt teil. Mittlerweile ist Karlsruhe zu meiner richtigen Heimat geworden. Ich entwickele mich hier auch beruflich weiter. Seit 2010 vertreiben wir von Karlsruhe aus europaweit die salzhaltigen Medizin- und Kosmetikprodukte aus der Ukraine. Und im Jahr 2016 übernahmen wir den salzhaltigsten Ort in Karlsruhe – die Salzgrotte. Wie wichtig die salzige Luft für unsere Atemwege ist, wurde jetzt in der Corona-Zeit besonders deutlich. Und ich bin sehr froh durch mein Zutun diese natürliche Hilfe den Karlsruhern und Menschen aus der Umgebung anbieten zu dürfen.« Alexey Layer
»Geboren im Breisgau, aufgewachsen in Hamburg, nach 10 Jahren Facharbeit auf norddeutschen Werften und 15 Jahren im Schwäbischen beim Fraunhofer Institut bin ich nun seit gut 15 Jahren in Karlsruhe am KIT tätig. Vermeintlich eine ruhige Perspektive im Badischen, stellt es sich seitdem als hochdynamischer Ort dar: die Veränderungen treiben auf klimatischer, organisationaler, technischer, menschlicher Ebene; da ist der Ausgleich im (nördlichen) Hardtwald eine wichtige Alternative. Karlsruhe bietet unerwartete Gestaltungs- und Freiräume zwischen benachbarten Gegensätzen.« Gerd Gidion
»Unsere Gesundheit ist unser wohl wertvollster Besitz. Das sollten wir niemals vergessen! Ich erinnere die Leute täglich daran und schätze es, diesen Menschen zu helfen ihre Gesundheit zu schützen oder wieder zu finden.« Julian Mattern

»Ich bin vor zwanzig Jahren in Karlsruhe gestrandet, hiergeblieben und angekommen. Viel Wald, viel Wasser, das ist es, was die Stadt für mich attraktiv macht. Aber vor allem die Liebe und die Freundschaften lassen diesen Ort zu meiner Heimat werden. Das neue Jahrzehnt hält eine wunderbare Wende für mich bereit. Ich habe einen altbekannten Töpferladen übernommen. Hier kann ich mich ganz dem kreativen Schaffen widmen, einen Raum bereit halten für alle, die das Material Ton erfahren und gestalten möchten, einen Raum schaffen für Begegnungen, zum Austauschen, zum Entspannen und zum fröhlich sein. Das Leben ist wunderbar – vielleicht habe ich aber auch einfach nur Glück gehabt.« Luzia Noss
»1977 kamen wir als ganz junges Ehepaar mit Kleinkind nach Karlsruhe. Mein Mann übernahm die Krankengymnastikpraxis von Frau Nässel in der Danziger Straße. Die Patienten haben uns sehr nett aufgenommen. Etwas länger haben wir gebraucht, bis wir uns im Karlsruher Alltagsleben wohl gefühlt haben. Die Natur der Karlsruher, leicht bürokratisch und reserviert war uns fremd. Wir kamen aus der jungen, lebendigen Universitätsstadt Göttingen! Die Sprache und Ausdrücke hier waren ebenfalls etwas fremd für uns. Mir war z.B. unklar, wieso die Karlsruher einen Teppich mit ins Freibad nehmen, und warum, wenn vom Fuß geredet wird, an die Hüfte gezeigt wird, oder was Weihnachtsbrödle sind!!? 1979 zogen wir in den Dammerstock. Unsere zwei Söhne und die Pflegetochter kamen in den Katholischen Kindergarten. Wir fanden dadurch nette Freunde, und Freundschaften die bis in unser heutiges Rentenalter Bestand haben. Dass freut uns riesig. Es stimmt – ankommen in Karlsruhe braucht seine Zeit. Wir verstehen inzwischen die badische Sprache, sprechen können wir sie immer noch nicht! Trotzdem fühlen wir uns in Karlsruhe im Dammerstock pudelwohl.« Doris und Andreas Theuerkorn
»Nach dem Studium der Geographie in Salzburg kam ich zurück in meine Heimat, um all das in Österreich Gelernte im Januar 2016 in die Gründung einer Bar fließen zu lassen: die Phono CraftBierBar in der Oststadt. Seit diesem Tag werden hier erlesene Biere aus aller Welt angeboten – untermalt mit grooviger Musik direkt von der schwarzen Scheibe. Karlsruhe ist für mich Heimat, da ich hier meine Familie und meine Freunde um mich herum habe.« Thomas Elischer