»Ein Schreibtisch im zentralen Einkauf des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist das Zentrum meiner Arbeit. In meinem Büroalltag habe ich naturgemäß mit zahlreichen Regelungen und Vorschriften einer öffentlichen Verwaltung zu tun, aber gleichzeitig auch mit vielen wunderbaren Menschen aus der ganzen Welt, die hier am KIT tätig sind. Durch meinen Beruf bin ich ganz dicht an deutscher und internationaler Spitzenforschung dran. Das finde ich sehr spannend. Inzwischen arbeite ich nun schon über 30 Jahre hier. Meine große Leidenschaft ist allerdings das Reisen. Das tiefe Eintauchen in andere Kulturen und Geschichte und die Begegnung mit Menschen in anderen Ländern erweitern den eigenen Horizont ungemein. Meine Trips plane ich dabei grundsätzlich individuell und meistens schon Monate im Voraus. Am Ende einer Reise freue ich mich aber auch jedes Mal, wieder nach Hause zu kommen. Naja, fast jedes Mal…« Frank Willmert
»Schon seit der 5. Klasse war mir klar: Ich möchte Musiklehrer werden. Und als mich mein Vater bei der Städtischen Schülerkapelle Karlsruhe anmeldete, durfte ich mein Wunschinstrument Basstuba lernen – und bald darauf in diesem Orchester mitspielen. Mittlerweile bin ich schon viele Jahre Musiklehrer an der Karlsruher Marylandschule und leite die Schülerkapelle, die inzwischen Jugendorchester Stadt Karlsruhe heißt. Das Musizieren mit den jungen Menschen fasziniert und inspiriert mich. Mit dem Jugendorchester pflegen wir sehr enge und herzliche Beziehungen zu den Jugendorchestern der Karlsruher Partnerstädte. Musik ist einfach grenzenlos und verbindet. Gibt es etwas Schöneres?« Thomas Paha

»1988 bin ich aus Thailand nach Deutschland gekommen. Mir gefällt die Ordnung und Sauberkeit hier, das politische System und die Sicherheit in diesem Land. Inzwischen kann ich mir ein Leben in Thailand nicht mehr vorstellen – so wohl fühle ich mich hier. Der Buddhistische Tempel ist für meine Seele gut, dort habe ich auch meinen Mann kennengelernt.« Samai Ngam Prom
»Eigentlich wollte ich nur ein bis zwei Jahre in Karlsruhe bleiben, nun sind es mittlerweile über dreißig geworden und das ist gut so. Als Musiker finde ich hier die richtige Balance zwischen großstädtischer Anregung und kleinstädtischer Gemütlichkeit. Musik hat mich schon als Kind fasziniert. Als Jugendlicher habe ich angefangen Saxophon zu spielen und bin nach wie vor von diesem Instrument begeistert. Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit einem sehr jungen Instrument, der Handpan. Es bereitet mir großen Spaß, auch mit diesem Instrument in die Welt der Musik einzutauchen. Musik öffnet immer wieder auf wundervolle Weise Türen und bietet mir die Möglichkeit, mit vielen interessanten Menschen in Kontakt zu kommen.« Klaus Buchner
»Reisen ist meine Leidenschaft – egal wohin – mir gefällt es (fast) überall. Es gibt nahezu kein Land auf der Welt, das mich nicht interessiert. Sobald ein bisschen Zeit übrig ist, packe ich meine Koffer. Dennoch bin ich sehr heimatverbunden. Karlsruhe ist mein Geburtsort und meine Basis – der Ort an dem ein Großteil meiner Familie sowie viele meiner Freundinnen und Freunde leben. Der Platz an dem ich das auf Reisen Erlebte verarbeiten kann und Pläne für neue Reisen mache. Außerdem arbeite ich hier mit über 200 größtenteils ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen beim Karlsruher Kinderschutzbund daran, Familien in Problemsituationen bestmöglichst zu unterstützen. Eine fordernde aber auch sehr befriedigende Aufgabe.« Renate Gissel
»Ich habe Produktdesign an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe studiert. Durch die Freiheiten des Diplomstudiengangs konnte ich mich auf die Produktentwicklung im Bereich der digitalen Fertigungsverfahren spezialisieren. In meiner Diplomarbeit „Tradition im Wandel der Digitalisierung“ habe ich Gestaltung und Technik miteinander verknüpft und den ersten vollautomatisierten Keramik 3D Drucker entwickelt. Dabei habe ich von den kurzen Wegen zwischen den hochkarätigen Universitäten und Hochschulen profitiert, dies macht Karlsruhe zu einer einzigartigen Stadt, in der Forschung, Entwicklung und Kultur zuhause sind. Die Ergebnisse meiner Arbeit werden über die Majolika Keramikmanufaktur vertrieben und ergänzen ihr Portfolio, um eine völlig neue Komponente der Keramikgestaltung.« Fabian Schmid
»Fotografie ist für mich mehr als ein Beruf. Es ist das Einfangen und Festhalten von schönen Momenten mit Freunden, von Landschaften im Abendlicht, von Stimmungen und Gefühlen. Es ist das Spiel mit Licht und Schatten und das Erzählen von Geschichten. Eine Kamera habe ich eigentlich immer dabei, denn meistens sind die spontanen, ungestellten Bilder die Schönsten. Oft nehme ich eine analoge Filmkamera mit, denn das langsamere Arbeiten mit Film entschleunigt und entspannt mich.« Micha Roth
»Ich bin in Mühlburg geboren und habe hier in den 70ern meine Kindheit und Jugend verbracht. Aus dieser Zeit kenne ich noch den Bahnhof mit Gleisen (heute: Jugendzentrum). Aus dieser Zeit gibt es auch einen sehr guten Freund (ebenfalls Mühlburger) mit dem ich viel mit dem Rad unternehme, was ja gut zu Hr. Drais passt 🙂 Mittlerweile lebe ich wieder in Good Old Mühlburg und das ist gut so. Hier fühle ich mich zuhause – das ist Heimat.« Daniel Jolibois
»Seit 1991 bin ich Hausarzt in der Oststadt. Damit ist meine Zeit in Baden mittlerweile fast genauso lang wie meine fränkische und Karlsruhe ist mir zur zweiten Heimat geworden. Als Hausarzt ist es schön, ganze Familien aufwachsen zu sehen und zu begleiten. Das Werden und Vergehen des Menschen lehrt uns Bescheidenheit und die Freude am Gegenwärtigen.« Johannes Klein
»Bewegung war schon immer sehr zentral in meinem Leben. In der Kindheit spielte ich im kleinen Dorf mit nur einem Platz viel Tennis. Als ich in jungen Jahren nach Karlsruhe zog lernte ich Aikido kennen und war so begeistert, dass ich 20 Jahre intensiv trainierte. Dann lernte ich die große Weisheit und den unermesslichen Schatz des Yogaweges kennen. Ich wurde Yogalehrerin, machte die Ausbildung zur Physiotherapeutin und hatte nun ein gutes Fundament zum Lehrersein. Diese nährende und inspirierende Energie des Yoga begleitet mich auf meiner Lebens – Reise. Auch die Musik hat mich immer wieder berührt, mal waren es vier intensive Bassjahre in diversen Bands. Jetzt ist es Gitarre und Gesang, die mich mit eigenen Songs in meiner Band THA HA begeistern.« Dorothea Adams
»Ich vertiefe mich gerne in ein Buch, eine Landkarte, ein Musikstück. Das sind Rückzugsorte, Momente, in denen ich ganz ich bin, auf mich Rücksicht nehme. Oder ich setze mich auf mein Fahrrad, ziehe meine Wanderschuhe an, bewege mich in der Natur, lasse meinen Gedanken freien Lauf, lasse sie gehen und bin dann auch ganz ich.« Volker Hager
»Das Leben steckt immer voller Überraschungen. Jeden Tag passiert etwas: du triffst Entscheidungen, triffst neue Menschen oder triffst Menschen, die du schon lange nicht mehr gesehen hast. Egal was auch passiert, es passiert sowieso. Ob dir Gutes widerfährt oder nicht, hängt davon ab, wie du es siehst. Mit meinem Leben in dieser Stadt und zu dieser Zeit bin ich zufrieden. Besser geht immer, doch schlechter auch. Seit jetzt mehr als 30 Jahren lebe ich meinen Traum mit Pferden zu leben. Dies ist kein Hobby, sondern eine Lebenseinstellung. Seit nun mehr 22 Jahren habe ich auch das Glück, bei meinem Vater im Betrieb arbeiten zu können. Ich geniesse das Motorradfahrern und meinen Kampfsport. Doch das Schönste in meinem Leben ist meine Tochter, für die ich so dankbar bin. Das wichtigste ist doch: Es geht immer weiter!« Benjamin Hauser
»Während meiner Jugendzeit fühlte ich mich in Karlsruhe sehr eingeengt, fühlte mich als Musikerseele oft nicht verstanden und habe der Stadt dann für einige Jahre den Rücken gekehrt. In Spanien habe ich zu mir selbst gefunden, begriffen, wie ich leben möchte und mich letztendlich schweren Herzens dazu entschlossen, nach Karlsruhe zurückzukehren. Es war die richtige Entscheidung, auch wenn immer zwei Herzen in meiner Brust schlagen werden und das spanische sehr oft lauter klopft. Eine Passion und Sehnsucht, die ich dann hier in Karlsruhe in und mit meiner Musik ausleben kann.« Colette Sternberg
»Raus an die frische Luft und Sonne ergattern, so oft es im Alltag, geht gehört für mich zum Wohlfühlen dazu. Egal ob in der Mittagspause im Schlossgarten, zu Hause im Wald oder in jedem Urlaub. Sonne, Bewegung und frische Luft macht mich glücklich.« Annemarie Herzog
»Es sind doch immer wieder die versteckten Winkel dieser Stadt und ihre Menschen, jenseits des Mainstream, die mich interessieren. Als Musikerin und Musikpädagogin habe ich mich vielleicht auch deshalb der Musik des 16./17. Jahrhunderts verschrieben, die ja eher nicht so bekannt ist. Die Viola da Gamba hat es mir besonders angetan. Nach meinem Musikstudium entdeckte und erlernte ich dieses wundervolle Instrument. Vor nun bald 20 Jahren erfüllte ich mir einen großen Traum und gründete mit drei Kolleginnen das Gambenconsort Les Escapades. Die Proben (mit badischen Brezeln und italienischem Espresso als Pausenstärkung!) sind meist im Dammerstock, wo ich mit meiner Familie nun schon seit 28 Jahren zuhause bin. Zu erleben, wie unsere Musik die Herzen der Menschen berührt und wie die Kulturverantwortlichen unsere Arbeit wertschätzen, erfüllt mich immer wieder mit großer Freude. Und wenn wir in der großen weiten Welt unterwegs sind – also in Österreich, der Schweiz, Schweden oder Spanien – dann heißt es oft: Gamben? Gibt es in Karlsruhe?? Klar!« Barbara Pfeifer
»Vor dreißig Jahren haben wir bereits ‚Verstecken‘ und ‚Fangen‘ zusammen gespielt und jetzt ist’s eher Jazz. Alles in allem finden wir immer noch, dass gemeinsam Dinge tun und erleben besser ist als allein. Obwohl jeder von uns sein ‚eigenes‘ macht trifft man sich, auch für Projekte, und das oft wortlose geschwisterliche Verständnis für Situationen und Situationskomik verbindet uns immer wieder auf’s Neue.« Jonathan, Rosanna & Constanze Zacharias
»Ich wohne im Dammerstock. Als das „schönste Baugelände im Gebiete der Stadt Karlsruhe“ galt die Siedlung einst demjenigen, der sie als Experimentierfeld für gutes und günstiges Wohnen erfunden hat – Baubürgermeister Herrmann Schneider vor 90 Jahren, im Katalog der Ausstellung von 1929. Wie wir heute wohnen, was eine gute „Gebrauchswohnung“ ausmacht, und was uns vor unserer Haustür als soziale Gemeinschaft verbindet, das beschäftigt mich beruflich wie privat. Weiter und neu mit den unterschiedlichen – auch den öffentlichen – Facetten des Wohnens zu experimentieren, das würde ich mir für Karlsruhe wünschen.« Angelika Jäkel
»Im April 1979 bin ich zum Studium nach Deutschland gekommen und gleich in Karlsruhe gelandet. Ich habe sofort angefangen Deutsch zu lernen. Nach 4 Monaten Intensivkurs beim Goethe-Institut in Boppard kam ich stolz wieder nach Karlsruhe zurück und war mir sicher, dass ich mit meinen Deutsch-Kenntnissen ziemlich fortgeschritten war, bist ich feststellte, dass hier wohl die Uhren anders ticken. Viertel Acht bedeutet hier 7:15 Uhr!!!!????? (Zweifel?????) Ich habe in einigen Stadtteilen von Karlsruhe wie: Durlach, Südstadt, Oststadt und Mühlburg gewohnt und habe mich überall wohl gefühlt. Von 1984 bis 1988 war ich außerhalb von Karlsruhe, jedoch die Liebe und die Arbeit zogen mich fast jedes Wochenende wieder hierher. Anfang 1994 habe ich die mutige Entscheidung getroffen mich beruflich zu verändern und bin in den Einzelhandel eingestiegen. Nun bin ich seit über 25 Jahren in meinem Geschäft tätig, und bin stolz darauf zu wissen, dass ich damals die richtige Entscheidung getroffen habe. Hier habe ich viele Freunde gewonnen und fühle mich in einem multikulturellen Kreis sehr wohl.« Mehrdad Sedghi (Mehrdi)
»Natur, Tiere, Sport – das sind meine Säulen. Seit meiner Kindheit lebe ich in Karlsruhe, zur Zeit in Forchheim, und bin beruflich wie auch privat hier zu Hause. Schon als ich klein war, war ich immer „draußen“ zu finden, die Waschmaschine meiner Eltern hatte immer viel zu tun. Bewegung in der Natur war immer meins. Karlsruhe und seine Umgebung bietet dabei unglaublich viel Abwechslung, ob zu Land mit meinen Hunden, im Wasser mit Tauchequipment oder auf dem Rücken der Pferde. Schnell in der „Zivilisation“ sein zu können, aber auch innerhalb kürzester Zeit in weitläufiger Natur macht für mich diese Stadt aus. Beruflich komme ich ursprünglich aus dem Sportbereich, arbeite nun aber seit über 10 Jahren mit Menschen und ihren Hunden. Ich hatte das Glück, seit ich denken kann mit Tieren aufzuwachsen, reite seit über 30 Jahren, das hilft mir täglich in meinem Tun. Tiere haben nun mal keine „Betriebsanleitung“ wie die neuste Playstation, genauso wenig tut ihnen absolute Vermenschlichung gut. Das müssen viele Menschen in der heutigen Zeit (wieder) lernen.« Simone Walter

»Seit inzwischen dreieinhalb Jahrzehnten in Durlach, der Mutter Karlsruhes, „d´hoim“ war ich anfangs angenehm überrascht von der Toleranz der Durlacher, wie sie bei aller Zurückhaltung gegenüber den „Neigschmeckten“ deren Lebensstile und Gepflogenheiten akzeptierten. Inzwischen ist Durlach teuer und schick geworden und viele der alten Durlacher sind weggezogen. Auch in Karlsruhe weicht die biedere Provinzialität mehr und mehr einem modernen und hektischen Hightech-Rhythmus, der die badische Originalität nach und nach verdrängt. Der Bauboom tut ein Übriges, um das Gesicht der Stadt beliebiger zu machen und im Sommer das Mikroklima zu verschlechtern. Genial an den badischen Tropen, die ihrem Ruf allerdings nur wenige Wochen im Jahr gerecht werden, finde ich das Umland der Stadt mit den vielen Baggerseen, dem Kraichgau, dem Pfälzer Wald und Schwarzwald, alle auch ohne Auto gut zu erreichen.« Klaus Falk